Welche Vorteile hat, es in der Nebensaison zu reisen?

Mit guter Vorbereitung und der Jahreszeit entsprechender Erwartungshaltung kann man außerhalb der Hochsaison wunderbaren Urlaub verbringen und damit nicht nur Geld sparen. Die oft erhebliche Kostenersparnis bei der Anreise mit dem Flugzeug und den Übernachtungen in den Hotels ist allerdings der offensichtlichste Vorteil, den man vielfältig nutzen kann. Man kann das Urlaubsbudget schonen, die Urlaubsdauer verlängern, sich einen gemütlicheren Flug in der Business-Class gönnen, ein besseres und teureres Hotel oder ein ausladenderes Zimmer wählen als geplant.

Weitere Vorteile abgesehen von der Kostenersparnis

Die Nebensaison hat auch viele weitere Vorteile, die oft übersehen werden. Manche Urlaubsgebiete sind weniger überfüllt (siehe Venedig!) und man kann sie dadurch authentischer erleben. Sehenswürdigkeiten können besichtigt werden, ohne vorher in einer Schlange zu stehen, um ein Eintrittsticket zu kaufen. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Nerven! Restaurants sind nicht überfüllt und strahlen eine für das Urlaubsland authentische Atmosphäre aus, spontane Buchungen und Verlängerungen sind einfach, die An- und Abreise gestaltet sich stressfrei.

Mögliche Nachteile

In manchen Urlaubsgebieten muss man allerdings auch Nachteile in Kauf nehmen.  Es kann vorkommen, dass Sehenswürdigkeiten, Restaurants oder Aktivitäten geschlossen sind, dass die Auswahl an Flugverbindungen und Unterkünften eingeschränkt ist, es weniger Veranstaltungen und Unterhaltungsmöglichkeiten gibt oder die Wetterbedingungen ungünstiger sind als in der Hauptsaison.

In Regionen mit starken saisonalen Schwankungen (Mallorca!) kann es in der Nebensaison sogar zu ruhig zugehen, was die typische Urlaubsatmosphäre stört. Und natürlich ist auch die Klimasituation in vielen Reisezielen in der Nebensaison ungünstig und man riskiert den Urlaub im Regen zu verbringen.

Vorteile eines Urlaubs in der Nebensaison auf den Inseln des Indischen Ozeans

Auf den Inseln im Indischen Ozean sind diese Nachteile allerdings zu vernachlässigen. Die Schwankungen hinsichtlich der Urlauberzahlen in Spitzen-, Hoch-, Neben- und Niedrigsaison sind auch vergleichsweise gering. Hier einige Hinweise dazu im Detail.

Die Nebensaison auf den Malediven beginnt im Mai und endet im Oktober. Statistisch betrachtet gibt es zu dieser Zeit häufigere Regenfälle und stärkere Winde, die wegen des Wellengangs das Meer oft nicht so friedvoll und durchsichtig erscheinen lässt, wie man es aus Filmen kennt. Allerdings ist das nur ein statistischer Wert, der häufig nicht mit dem übereinstimmt, was man in den eigenen Urlaubswochen tatsächlich erlebt. Klima und Wetter weichen dort im Laufe eines Jahres weit weniger voneinander ab als etwa in Mitteleuropa. Dass im August die Skilifte in Kitzbühel geschlossen sind, ist selbstverständlich, aber auf den Malediven bleiben die Tages- und Nachttemperaturen immer zwischen 20 und 32 Grad. Statistisch allerdings gibt es auch in der Hochsaison zwischen November und April windige und regnerische Tage. Nur eben ein wenig seltener als in der Nebensaison. Und in der Nebensaison gibt es viele wunderbar sonnige, windstille und trockene Wochen.

Tipp: wählen Sie in der Nebensaison Inseln aus, die von dichtem ursprünglichem Wald (beispielweise Soneva Fushi oder Coco Palm Dhuni Kolhu) oder bedeckt sind, denn selbst bei starkem Wind gibt es dort eine windgeschützte, ablandige Seite mit angenehmen Badebedingungen.  Schon eine nur wenige Meter breite Vegetation zwischen Strand und Villa sorgt dafür, dass man selbst bei starkem Wind landeinwärts angenehme Stunden auf seiner Terrasse und am privaten Pool verbringen kann.

Warum gibt es eine Niedrigsaison auf den Malediven?

Hauptgrund für die Niedrigsaison zwischen Mai und November sind nicht die klimatischen Bedingungen auf den Malediven, sondern die Wetterbedingungen bei uns zu Hause! Ein großer Teil der Maledivenurlauber stammt aus Europa und sie wollen der Kälte, den kurzen Tagen und langen Nächten für ein paar Wochen entkommen. Die beliebten, mit Zug oder Auto leicht erreichbaren Urlaubsländer rund um das Mittelmeer sind im Winter nicht viel sonniger als nördlich der Alpen. Es bleibt also keine andere Wahl, als sich ins Flugzeug zu setzen und auf die sonnigen Inseln zu fliehen. Und das treibt die Preise von Flugverbindungen und Hotelübernachtungen!

Welche Monate in der Niedrigsaison sind am günstigsten?

Wer die günstigeren Hotel- und Flugpreise nutzen möchte, sollte sich für einen Maledivenurlaub in der Niedrigsaison entscheiden. Und wer dabei auch das Wetterrisiko so gering wie möglich halten will, entscheidet sich für die Wochen unmittelbar nach den Osterferien oder im Herbst kurz vor Beginn der Hochsaison. Die Inseln sind zu diesen Zeiten weniger besucht, Resorts und Fluggesellschaften locken mit attraktiven Angeboten und die Natur zeigt sich in ihrer vollen Pracht, da kurze und intensive Regenduschen für eine üppige und grüne Landschaft sorgen.

Wassersport begeisterte haben gute Bedingungen zum Wind- und Kitesurfen und Windsurfen und Taucher die Chance Walhaie und Mantas zu beobachten, die zu diesen Jahreszeiten reiche Nahrungsangebote im nicht ganz so klaren Meer finden. 

Die Nebensaison auf den Malediven bietet daher eine einzigartige Kombination aus günstigen Preisen und zum Teil gebuchten Hotels.

Eine Reihe von Sonnenstühlen unter einem Banyanbaum am Meer auf Mauritius

Mauritius in der Nebensaison

Die Nebensaison auf Mauritius erstreckt sich ebenfalls über die europäischen Sommermonate und bringt erhebliche Preissenkungen von bis zu 40 % mit sich! Die europäischen Sommermonate gelten zwar auf dieser Insel 1000 km südlich des Äquators als „Winter“. Das hat aber nichts mit unseren Vorstellungen von Winter zu tun, denn auch in diesen Monaten liegen auf Mauritius die Tagestemperaturen zwischen 25 und 28 Grad. Abends und nachts allerdings kann die Temperatur schon mal auf bis zu 15 Grad sinken, sodass man zum Essen in einem Terrassenrestaurant am Strand einen Pulli dabeihaben sollte. Natürlich trägt auch das gute Sommerwetter bei uns in Europa dazu bei, dass sich viele Urlauber für eine Reise ans Mittelmeer, nach Skandinavien oder für einen Urlaub in ihrem Heimatland entscheiden.  

Um im „Winter“ keine Hotelmitarbeiter entlassen zu müssen, senken die Hotels auf Mauritius ihre Preise ab Mai zum Teil erheblich und ermöglichen auch bei nicht ganz so voller Urlaubskasse ein ausgezeichnetes Strandhotel der 4- oder 5-Sternekategorie zu wählen.

Für Naturliebhaber

Tipp: Für Naturliebhaber sind besonders die Monate April und Oktober auf Mauritius ideal, weil dann viel exotische Pflanzen in voller Blüte stehen. Das Klima ist trotz gelegentlicher Regenschauer angenehm, vor allem wenn man sich für ein Hotel an der Westküste der Insel entscheidet. Hier wohnt man wind- und regengeschützt hinter dem 600 Meter hohen zentralen Hochland, in dem sich die manchmal starken Winde aus Süd bis Ost abregnen. Selbst im „Südwinter“ sind die Luft- und Wassertemperaturen hier angenehm warm. Und wer gerne auf Wellen reitet und sich beim Surfen und Kiten vom Wind die Küsten entlang tragen lassen möchte, ist in einem der ausgezeichneten Strandhotels im Süden und Osten der Insel an der richtigen Stelle.

Ein Paar spaziert am leeren Strand der Insel North Island auf den Seychellen

Vieles, was auf den Mauritius und den Malediven für einen Urlaub in der Nebensaison spricht, gilt ebenso für die Seychellen: Die Hotels sind von Mai bis Oktober selten ausgebucht, die Strände wenig besucht und die Preise niedriger. Allerdings ist der Preisunterschied weit weniger deutlich als in Mauritius, da die klimatischen Bedingungen auf den Seychellen in den sogenannten Hoch- und Niedrigsaisonmonaten nur geringe Unterschiede aufweisen.

Der wichtigste Grund für die unterschiedlichen Besucherzahlen ist hier nicht das Klima, sondern das schöne Sommerwetter in den Ländern, aus denen die meisten Urlauber kommen! Lassen Sie sich bei der Planung eines Seychellen-Urlaubes bitte nicht von Wetterstatistiken verunsichern, denn weit mehr als auf den Malediven gilt, dass hier immer alles möglich ist. Langanhaltende, trockene Phasen ebenso wie tropische Regengüsse, die in der Regel nicht länger als 3 oder 4 Tage andauern. Die Tageshöchsttemperaturen im Schatten liegen nie über 32 Grad und die niedrigsten Nachtemperaturen nie unter 20 Grad.

Geringe Preisunterschiede zwischen Hoch- und Niedrigsaison

Die Preisunterschiede zwischen Hoch- und Niedrigsaison sind auf den Seychellen nicht so signifikant wie auf Mauritius. Im Schnitt liegen sie in den europäischen Sommermonaten nur etwa 10 % bis 20 % niedriger als im europäischen Winter. Ein wichtigerer Vorteil ist die geringere Anzahl an Urlaubern an den Traumstränden wie der Source d‘ Argent auf La Digue, am Strand von Beau Vallon im Nordwesten Mahés oder der Anse Volbert auf der Insel Praslin. Und gänzlich ohne „Wetterrisiko“ ist man in der Niedrigsaison auf den Seychellen, wenn man sich für ein Hotel an einem Strand auf Westseite der Inseln entscheidet. Sollte man Pech haben und tatsächlich eine windige und regnerische Wetterphase erwischen, ist man dort im Windschatten der Berge geschützt. Die Seychellen liegen nämlich in einer Region des Indischen Ozeans, in dem Wind und Regen im „Südwinter“ (auf den Seychellen sind das die Monate Juni bis September) verlässlich aus Süden bis Osten kommen – wenn sie überhaupt kommen. Und selbst dann fallen meist nur kurze tropische Schauer, nach denen die Sonne bald wieder strahlt. Das ganze Jahr über kann man baden, und die Bedingungen zum Tauchen sind gut. Wer allerdings surfen, wind- oder kitesurfen will, wählt – wie auf Mauritius – besser ein Hotel an einem Süd- oder Oststrand!

Wolfgang Därr

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