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Informationen zu einer Reise nach Bali

Zusammengestellt von unserem Mitarbeiter Friedrich Neuhöffer

Allgemeines
Auf Bali und Lombok gilt MEZ plus 7 Stunden. 12 Uhr in Deutschland bedeutet 19 Uhr auf Bali in unserem Winter und 18 Uhr in unserem Sommer. Als Training fĂŒr die Umstellung also die Tage vorher frĂŒh ins Bett gehen und eher aufstehen als normal. Die meisten Besucher Balis erreichen die Insel mit dem Flugzeug. Der Flughafen Ngurah Rai ist nach einem Nationalhelden benannt und liegt etwa 5 Kilometer sĂŒdlich von Kuta direkt am Meer. Die Landebahn ist sogar noch bis ins Wasser hinaus gebaut, und der niedrige Anflug ist bei klarem Wetter mit Aussicht auf die weit geschwungene WestkĂŒste ein Erlebnis. Selbst im Dunkeln, wenn man nur die Lichter von Kuta und Legian ĂŒbers Meer funkeln sieht. Der Flughafen ist modern und hat trotzdem eine Menge balinesisches Flair.

10 Kilometer sind es bis Sanur und in die Hauptstadt Denpasar, 30 Kilometer bis Ubud und 15 Kilometer bis Nusa Dua. Auch wenn man ĂŒber die ĂŒbereiligen Passagiere lacht, die fluchtartig das Flugzeug verlassen, macht dies auf Bali Sinn, denn die Warteschlangen am Visa-Schalter können recht lang sein. Das Einreisevisum fĂŒr bis zu 30 Tage kostet US$ 25,- oder € 22,- und muss bar bezahlt werden. Das Wechselgeld erhalten Sie in Indonesischen Rhupies. Am Ausgang des Flughafens erwartet Sie einer unserer deutschsprechender Guides und bringt Sie zu Ihrer gebuchten Villa. Unterwegs kann auch ein Stopp an einer Wechselstube gemacht werden.

Souvenirs aus Bali 
Einkaufen in Bali macht viel Spaß, braucht jedoch Zeit, da Handeln ĂŒblich ist. Manch Einen ein Graus ist es doch eine sehr spaßige Angelegenheit. GesprĂ€che ĂŒber das Wetter, die Familie, das Essen und das „woher und wohin“ begleiten die Verhandlung und der Kauf einer Strandhose kann schon mal eine halbe Stunde in Anspruch nehmen, aber an diese Zeit erinnert man sich gerne, denn Scherze machen gehört dazu. Oft betritt man eine Ladenpassage, in der wirklich jeder Shop die gleichen T-Shirts, Schnitzereien und Sarongs verkauft. Hat man sich mal entschieden einen dieser Shops zu betreten um zu stöbern, und die Besitzerin hat nicht das T-Shirt in der passenden GrĂ¶ĂŸe da, dann fragt sie bei allen Nachbarn herum und besorgt das GewĂŒnschte.

Feilschen
Feilschen ist eine Kunst. So mancher hat das erstandene StĂŒck ganz stolz fĂŒr die HĂ€lfte nach Hause geschleppt und hat vermutlich dennoch zuviel bezahlt. Am besten erst mal bei einem Einheimischen erkundigen: Was kostet ein Kilo Reis auf dem Land? In der Stadt? usw. Daran kann man schon relativieren, wie das allgemeine Preisniveau ist. Außerdem sind die geforderten Erstpreise auch von Ort zu Ort unterschiedlich.

Mit der Zeit merkt man ganz genau, wann die untere Schmerzgrenze bei den HÀndlern erreicht ist. Dann sollte man auch nicht weiterhandeln. Balinesen lachen sehr gerne, sollte das Lachen aus dem Gesicht des HÀndlers verschwunden sein, sollten Sie sofort aufhören zu handeln. Der Deal ist nur dann gut, wenn sich beide Parteien mit einem LÀcheln verabschieden können

Was kaufen? 
Überall auf der Insel wird geschnitzt, gemalt, geschmiedet oder gewoben. Bali ist der grĂ¶ĂŸte Lieferant fĂŒr Kunsthandwerk in Indonesien und selbst die wertvollste Handarbeit ist fĂŒr uns mit dem nötigen Verhandlungsgeschick durchaus erschwinglich. Am besten kauft man direkt beim Produzenten.

Möbel aus weißem, geschecktem oder schwarzem Bambus findet man in Bali in großer Auswahl. Leider ist der Koffer zu klein, aber auch verschifft wird zu durchaus moderaten Preisen. Wer echtes Interesse an Bali-Ambiente im eigenen Heim hat, kann einen Container fĂŒllen. Auch Teak Möbel fĂŒr den Garten sieht man hier hĂ€ufig, manche GeschĂ€fte haben sich als Extraservice auf den Transport ins Ausland spezialisiert. Wir helfen Ihnen gerne vor Ort bei der Suche nach einer zuverlĂ€ssigen Cargo-Gesellschaft.

Steinmetzarbeiten kommen aus Batubulan. Wer die schweren DĂ€monenstatuen im eigenen Garten aufstellen möchte kann sie zu den Möbeln in den Container packen. Holzschnitzereien sind schon wesentlich einfacher zu transportieren. Allerdings sollte man beim Holz auch auf die QualitĂ€t achten, das billige weiße Holz neigt in unseren Breiten stark zur Austrocknung und dann gibt es schnell Risse. Überall kann man fĂŒr wenig Geld Obstschalen mit HolzfrĂŒchten, Masken, Mobiles, Bananenstauden aus Balsaholz, Serviettenringe und Untersetzer kaufen. Das ist zwar meist mindere QualitĂ€t, sieht aber zum Teil recht hĂŒbsch aus. Wirklich gute Holzschnitzarbeiten kauft man am besten beim Erzeuger, zum Beispiel in Mas. Hier gibt es riesige Ausstellungshallen mit vielen Skulpturen. Es lohnt sich hindurchzuschlendern, Kaufzwang besteht nicht. Vor der TĂŒr sitzen meist ein paar MĂ€nner, die gerade Figuren bearbeiten und die Herstellungsweise und die verschiedenen Holzarten werden gerne erklĂ€rt.

Wer auf reich verzierten, filigranen Silberschmuck steht, der wird auf Bali auch fĂŒndig, vor allem im Ort Celuk. Hier gilt das gleiche wie fĂŒr die Holzschnitzer. Man kann beim Entstehen der StĂŒcke zuschauen und unter vielen StĂŒcken im Verkaufsraum wĂ€hlen. Transportprobleme bekommt man mit diesem Souvenir jedenfalls keine.

Namen 
Die Namen sagen in Bali viel ĂŒber die soziale Stellung und die Stellung innerhalb der Familie aus. Es sind meist keine Eigennamen, sondern die Kinder werden als Erstgeborene (Wayan-Putu-Gede) Zweitgeborene (Made-Kadek) Drittgeborene (Nyoman-Komang) oder Viertgeborene (Ketut) bezeichnet. Deshalb kommt es uns oft so vor, als hießen alle Balinesen gleich. Ob der Name weiblich oder mĂ€nnlich ist kann man nur durch das vorangestellte I bei MĂ€nnern und Ni bei Frauen erkennen. Die FĂŒrsten und Adligen tragen dazu noch besondere Titel. Die korrekte Vorstellung mit Namen und Titel klĂ€rt somit fĂŒr Balinesen das gegenseitige RespektsverhĂ€ltnis.

Mann und Frau 
Auf Bali wohnen oft drei bis vier Generationen einer Familie unter einem Dach. TraditionsgemĂ€ĂŸ zieht die Frau nach der Heirat zur Familie des Ehemannes. Kinder sind in den Ablauf des tĂ€glichen Lebens voll integriert, es gibt fĂŒr sie keine Tabus. Die Kleinen werden mit sehr viel Nachsicht behandelt.

In der Erwachsenenwelt gibt es dafĂŒr um so mehr Regeln und Konventionen. Beispielsweise essen MĂ€nner und Frauen nicht gemeinsam, auch nicht, wenn GĂ€ste kommen. Die Frau kocht und nimmt dann das Essen zusammen mit ihren Kindern ein. Frauen spielen auf Bali vor allem im GeschĂ€ftsleben eine entscheidende Rolle, sie regeln alle Geldfragen und fĂŒhren die Markt- und ImbissstĂ€nde. Oft sieht man Frauen zum Beispiel bei Haus- oder Straßenbauarbeiten schwere Körbe mit Kies transportieren. Auch bei der Reisernte sieht man in Überzahl die Frauen arbeiten, sie schlagen das Korn vom Halm, wĂ€hrend die MĂ€nner mit dem Ochsen pflĂŒgen oder die kleinen Reispflanzen auf den Feldern einsetzen.

MĂ€nner organisieren das Dorfleben und gehören dem Nachbarschaftsverband Banjar an, der den sozialen Mittelpunkt des Dorfes darstellt – je nach GrĂ¶ĂŸe kann ein Dorf auch aus mehreren Banjar bestehen. Sie treffen sich in der Versammlungshalle zu GesprĂ€chen und zu einem Nickerchen, regeln Streitigkeiten und Familienprobleme und beratschlagen die Vergabe von Krediten aus der Banjar-Kasse.

Dewi Sri 
Dewi Sri, die Reisgöttin, ist wohl die am meisten verehrte Gottheit Balis. AltĂ€re zu ihren Ehren werden in nahezu jedem Reisfeld erbaut. Die Felder werden mit heiligem Wasser oder Arrak gesegnet. Der Reisanbau auf Bali wird in BewĂ€sserungskooperativen betrieben, den Subak. Vor mehr als 2.500 Jahren brachten Einwanderer aus SĂŒdchina und Vietnam die Technik des Sawah, des bewĂ€sserten Reisbaus, mit. Das benötigte Wasser stammt meist aus höher gelegenen Regionen, in denen die NiederschlĂ€ge etwas hĂ€ufiger und regelmĂ€ĂŸiger fallen als in den Ebenen, sowie aus den Seen des zentralen Hochlandes.

Balis traditioneller Reis heißt Beras Bali. Er hat ein wunderbares Aroma und kostet viermal soviel wie gewöhnlicher Reis. Dies hat mehrere GrĂŒnde: Beras Bali benötigt 150 Tage bis zur Reife, wĂ€hrend die meistverwendete moderne Reissorte nur 120 Tage braucht. Seine Halme sind lĂ€nger, werden nach der Ernte zu Garben gebunden und eine Weile zum Trocknen in der Sonne aufgestellt. Danach werden sie in einem großen Holzmörser gestoßen, um die Spelzen zu entfernen. Bei anderen Reissorten fallen die Körner leichter heraus als beim Beras Bali, deshalb mĂŒssen sie zwar sofort nach der Ernte gedroschen werden, aber dafĂŒr entfĂ€llt der Bau von Getreidespeichern. So erklĂ€rt sich der hohe Preis der traditionellen Sorte. Trotz des Aufwands ziehen die Balinesen ihren traditionellen Reis den moderneren Sorten vor. Er schmeckt ihnen einfach besser. Zudem laugt der auf hohen Ertrag gezĂŒchtete schnellwachsende Reis, der drei Ernten pro Jahr ermöglicht, den Boden viel stĂ€rker aus. Die billige Massenware findet ihre Abnehmer auf dem dichtbesiedelten Java, bei den LandflĂŒchtlingen in Denpasar und anderen Touristenzentren und bei all denen, die auf jede Rupiah schauen mĂŒssen.

Auf der Insel reifen Jahr fĂŒr Jahr ĂŒber zehn Millionen Tonnen Reis, diese Menge muss von Hand geerntet werden. So kann man zur Erntezeit ĂŒberall am Rande der Reisfelder ZelthĂŒtten sehen, in denen die Erntehelfer leben. Anfang des Jahres werden die Äcker mit Hilfe von Rindern gepflĂŒgt, dann gehackt und geebnet. Im MĂ€rz wird das vorbereitete Saatgut in einer kleinen Ecke des Feldes ausgesĂ€t, die winzigen grĂŒnen PflĂ€nzchen werden mit Gattern und Netzen vor Vögeln geschĂŒtzt. Nach 6 Wochen wird das Getreide pikiert und in Reihen auf das eigentliche Feld verpflanzt.

Dies ist eine fĂŒr den RĂŒcken mĂŒhselige Arbeit, mit den FĂŒssen im Schlamm stehend und der sengenden Sonne ausgesetzt arbeiten die Menschen in den Feldern. Einen Monat spĂ€ter wird das Feld zum UnkrautjĂ€ten fĂŒr eine Woche trockengelegt und dann bis kurz vor der Reife wieder geflutet. Dann wird nur noch ab und zu mal bewĂ€ssert, damit der Boden hart werden kann. Zum Schutz vor Vogelfraß werden bunt behĂ€ngte Leinen ĂŒber die Felder gespannt, die zahlreichen braunen Enten, die ĂŒber die bewĂ€sserten Felder getrieben werden, sorgen fĂŒr die Vertilgung des Ungeziefers und dĂŒngen gleichzeitig den Acker.

Zur Erntezeit werden dann viele ErntehilfskrĂ€fte eingestellt, denn die Halme werden per Hand mit speziellen Messerchen bĂŒschelweise geschnitten. 20 Kg schwere, gebĂŒndelte Garben werden dann auf den Schultern von TrĂ€gern zu den Reisspeichern transportiert. Die traditionelle Handarbeit ist ein sehr passendes Anbauverfahren in einer Region, in der ArbeitskrĂ€fte billiger sind als Maschinen, und sich zudem die Reisfelder nicht fĂŒr den Einsatz von Traktoren eignen. Der Gewinn an der Ernte wird anteilig verteilt, der Besitzer des Feldes bekommt mit 40 % den Löwenanteil. Der PĂ€chter, der die meiste Arbeit hat bekommt ebenfalls 40 %, je 10 % verbleiben dann fĂŒr alle Schnitter und fĂŒr die TrĂ€ger. Oftmals treten noch ZwischenhĂ€ndler auf, die den PĂ€chtern lange vor der Ernte den zu erwartenden Ertrag abkaufen und gleich noch Heerscharen von Wanderarbeitern organisieren: Hier bilden Verschuldung und Inflation einen Teufelskreis. Ab August folgt meist eine zweite Aussaat – oft eine schnellwĂŒchsige, weniger wohlschmeckende Sorte. Wo nur auf Masse gewirtschaftet wird, kommt es in einem anderen Rhythmus sogar drei mal im Jahr zur Ernte.

Reis ist das Grundnahrungsmittel der Balinesen. Das Wort fĂŒr gekochten Reis, Nasi, bezeichnet gleichzeitig die gesamte Mahlzeit. Alles zu Reis ist Beilage. Reis ist sogar als Zahlungsmittel statt Geld weit verbreitet, etwa zur Ausbezahlung des Lohnes o. Ă€.. Meist wird weißer Reis angebaut, es gibt aber auch eine rötlich-braune Sorte und den schwarzen Klebreis.

FĂŒr uns zu beachtende Verhaltensregeln 
Menschen, die bluten, also auch Frauen, die menstruieren, dĂŒrfen keinen Tempel betreten, weil Blut die Tempelböden nur in Form eines Opfers berĂŒhren darf. Diese Entweihung hĂ€tte dann umfangreiche Reinigungszeremonien zur Folge. Man sollte sich daran halten, auch wenn man meint, es wĂŒrde niemand merken. Höhe ist heilig. Auf keinen Fall sollte man als Gast Mauern, Schreine oder GebĂ€ude besteigen. Das könnte ebenfalls zur rituellen Verunreinigung fĂŒhren. Auch wenn es noch so reizt, Fotos mit mehr Weitblick zu schießen.

Sollte gerade eine Zeremonie stattfinden, was sehr hĂ€ufig der Fall ist, sollte man niemals hinter den Priester oder zwischen Priester und Betende treten. Und auf keinen Fall den Kopf des oder der Priester ĂŒberragen, welche die Zeremonien leiten. Das fĂ€llt zwar bei 1,93 m KörpergrĂ¶ĂŸe schwer, ist aber auch eher symbolisch gemeint und auf das Besteigen von Treppen etc. anzuwenden. Die Zeremonienleiter sind auch nicht in der Menge zu finden, sondern etwas abseits auf einem kleinen Turm oder Podest, wo sie eine VerstĂ€rkeranlage haben und den Ablauf ĂŒberblicken können. Fotografieren oder Videofilmen ist ausdrĂŒcklich erlaubt, man kommt sich in der religiösen AtmosphĂ€re dabei aber meist etwas störend vor. ZurĂŒckhaltend agieren, sich eher am Rand oder im Hintergrund halten und auf keinen Fall mit dem Blitzlicht die GlĂ€ubigen stören. Eine lange Brennweite, mit der man unauffĂ€lliger fotografieren kann, ist hier von Vorteil WĂ€hrend es bei uns unhöflich ist, in bestimmten Situationen sitzen zu bleiben, gilt es in Bali als unhöflich zu stehen. Sich also im Zweifelsfall lieber mal bescheiden in eine Ecke setzen, vor allem wenn auch alle anderen GlĂ€ubigen sitzen.

Dorfgemeinschaften
Jedes traditionelle Dorf ist nach einem genauen Plan abgelegt, das wichtigste Element ist die rĂ€umliche Aufteilung, die bergwĂ€rts (kaja) und meerwĂ€rts (kelod) ausgerichtet ist. Wenn man auf Touren im Landesinneren durch die zahlreichen kleinen Dörfer kommt, dann kann man das System schon vom Auto aus erkennen. Die Straßen fĂŒhren schnurgerade durch die Dörfer und immer bergauf. Kurven gibt es kaum. Balinesen benutzen den Begriff kaja auch fĂŒr Norden und kelod fĂŒr SĂŒden, ist man allerdings nördlich der Berge unterwegs, werden die Begriffe genau umgekehrt angewendet. Oberhalb des Dorfes findet man die Haupttempel, unterhalb des Dorfes den Friedhof

Gemeinschaftsland gehört ausschließlich der sozialen Gemeinde, dem Banjar, deren Aufgabe es auch ist religiöse AktivitĂ€ten zu organisieren. Die Verwaltungseinheit befasst sich eher mit staatlichen Aufgaben. Territorium bzw. LĂ€ndereien und GebietsansprĂŒche der Desa Adat sind fest auf eine bestimmtes Gebiet beschrĂ€nkt, Verwaltungseinheiten können sich mit der politischen Lage auch verĂ€ndern. Schon immer war die balinesische Gesellschaft meist agrarisch strukturiert. Auch heute noch leben an die 90 % aller Balinesen in DorfverbĂ€nden auf dem Lande. Doch beim Reisen fallen Unterschiede zwischen den Regionen auf. In der Ebene sieht man gut erschlossene und reiche Dörfer, um die herum vornehmlich Nassreis mit BewĂ€sserungssystemen angebaut wird. Die Bevölkerung ist dort in Kasten gegliedert und hierarchisch strukturiert. In einer Übergangszone von der Ebene zum Bergland nimmt die Bevölkerungsdichte ab und man trifft meist auf Trockenfeldbau. Im Bergland sind Kaffeeplantagen, Obst- und GemĂŒsegĂ€rten und GewĂŒrznelkenhaine vorherrschend. Hier leben hauptsĂ€chlich die Bali-Aga-Gemeinden ohne Kastenbildung.

Die Subak 
Ganze Generationen von balinesischen Bauern haben WĂ€lder gerodet und BewĂ€sserungskanĂ€le und Terrassen angelegt um dort Reis anzubauen. Dieses komplexe BewĂ€sserungssystem basiert auf den Subak, das sind Genossenschaften. Jedes Feld ist mit einem kleinen Erdwall eingedĂ€mmt und nachdem es bewĂ€ssert wurde, wird das Wasser auf das nĂ€chste weitergeleitet. Jeder Besitzer auch nur eines Feldes muss sich dem Subak anschließen. Dem gehören alle Bauern an, deren Wasserversorgung von der selben Quelle abhĂ€ngt. Es gibt Tausende von Subak auf Bali, manche Dörfer besitzen mehrere, je nachdem wie die örtliche Wasserversorgung strukturiert ist. Mit diesem ausgeklĂŒgelten und ĂŒber Jahrzehnte bewĂ€hrten System sind die Balinesen erfolgreiche Bauern geworden.

Die Organisation ist demokratisch, die Mitglieder treffen sich regelmĂ€ĂŸig, um die Arbeiten zu koordinieren und um Probleme wie Neubau und Unterhalt der WasserkanĂ€le zu diskutieren. Außerdem werden Opferfeste organisiert und die Wasserverteilung kontrolliert. Probleme um das BewĂ€sserungssystem, wie VerĂ€nderungen an den trockenen Feldern oder Überschneidungen mit einem anderen Subak, muss der regionale Wasserrat beraten. Letzte Instanz ist Jero Gede, Hauptpriester von Pura Ulun Danu Batur, dessen Entscheidung abschließend ist. Alle zum Pura Ulun Danu Batur gehörigen Subak tragen zum Unterhalt des Tempels bei. In jedem Subak findet man neben den zahlreichen BewĂ€sserungskanĂ€len eine Vielzahl von kleinen Tempeln und AltĂ€ren. Die BewĂ€sserung ist ziemlich kompliziert, ein Reisfeld kann als Vorbereitung zur Pflanzung der Setzlinge ĂŒberschwemmt sein, wĂ€hrend ein anderes nebenan schon erntereif ist. Die Bauern fĂŒhren ihre Enten auf die Felder, um Ungeziefer zu vertilgen. Als Nebenprodukt bildet der Entenmist einen hervorragenden DĂŒnger. Kleine Prachtfinken, die Reisvögel, suchen in SchwĂ€rmen erntereife Felder heim. Sie werden mit PlastiktĂŒten, BĂ€ndern und mit dem lĂ€rmenden Einsatz von Kindern wĂ€hrend der Erntezeit vertrieben.

Der Warung 
Was ist ein Warung? Da streiten sich die Geister… Meist wird Warung mit “kleines, einfaches Restaurant” ĂŒbersetzt. FĂŒr die meisten Balireisenden ist es eher eine GarkĂŒche oder ein Restaurantname. Aber ein Warung ist viel mehr als ein Ort, an dem man eine Kleinigkeit essen kann. Hier kauft man ein PĂ€ckchen Kretek-Zigaretten, die mit Nelkenaroma versetzt den Hustenreiz betĂ€uben – GewĂŒrznelken gibt es im Bergland wirklich genug – , hier begegnet man Freunden, und es ist der wichtigste Treff im Ort. Je weiter man sich von den Touristenorten entfernt, um so ursprĂŒnglicher werden die Warungs in ihrer MultifunktionalitĂ€t. Es ist der richtige Platz fĂŒr Klatsch und Tratsch, GerĂŒchte, Debatten und private GestĂ€ndnisse – eben ein guter alter Tante-Emma-Laden auf balinesisch.

Cafe, Restaurant, Drogerie, Lebensmittelladen, oft mit WĂ€nden aus geflochtenen Bambusstreifen und gestampfter Erde oder Zement als Fußboden. Manchmal ist es auch nur ein langer Tisch mit einer Holzbank davor. Vorne steht die GetrĂ€nkeauswahl und dahinter in diversen SchĂŒsseln alles, was man fĂŒr einen kleinen Imbiss braucht.
Wackelige mobile Karren gibt es ĂŒberall auf Bali. Kleine Warungs auf RĂ€dern sozusagen. Sie bieten meist nur ein Gericht an und erfreuen sich großer Beliebtheit. Auch bei Festen, HahnenkĂ€mpfen und anderen Veranstaltungen werden transportable StĂ€nde errichtet. Das Angebot besteht dann hauptsĂ€chlich aus Zigaretten, SĂŒĂŸigkeiten und Bethel zum Kauen – Genussmittel eben.

Oft verkaufen die Warungs auch Alkohol. Der ist dann ebenfalls selbstgemacht. Der Reiswein Brem, der Palmwein Tuak oder der Reisschnaps Arrak. Die selbstgebrauten WĂ€sserchen bekommt man in einfache Plastikwasserflaschen abgefĂŒllt und sie sind fĂŒr einen Spottpreis zu haben – umgerechnet 1 bis 2 Euro fĂŒr Premium-QualitĂ€t. Als Tourist muss man aber in so einem kleinen Laden oder Mini-Supermarkt schon hartnĂ€ckig nach dem “Bali-Arrak” fragen, sonst bekommt man nur die Standard-Flaschen im Regal gezeigt: 1 Liter Schnaps mit Kronkorken. Über Geschmack und QualitĂ€t lĂ€sst sich bekanntlich streiten und nicht alles was den Balinesen schmeckt, ist fĂŒr unsere Gaumen geeignet. Ein Urteil hierĂŒber muss jeder selbst fĂ€llen.

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2 Kommentare

  1. Avatar for Sarah Mayer
    Sarah Mayer

    Hallo,
    vielen vielen Dank fĂŒr diesen informativen Artikel ĂŒber Bali. Es ist wirklich alles beschrieben was man ĂŒber Bali wissen sollte. Nun bin ich vorbereitet fĂŒr meinen nöchsten Trip nach Bali.

    1. Avatar for Rico
      Rico

      Hallo Frau Mayer,
      Sie werden sicherlich von Ihrer Reise viele Tipps mitbringen. Wir sind immer dankbar fĂŒr ErgĂ€nzungen..
      Ihnen eine schöne Reise
      Rico Neuhöffer

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