Informationen zu einer Reise nach Bali

Zusammengestellt von unserem Mitarbeiter Friedrich Neuhöffer

Allgemeines

Auf Bali und Lombok gilt MEZ plus 7 Stunden. 12 Uhr in Deutschland bedeutet 19 Uhr auf Bali in unserem Winter und 18 Uhr in unserem Sommer. Als Training f√ľr die Umstellung also die Tage vorher fr√ľh ins Bett gehen und eher aufstehen als normal. Die meisten Besucher Balis erreichen die Insel mit dem Flugzeug. Der Flughafen Ngurah Rai ist nach einem Nationalhelden benannt und liegt etwa 5 Kilometer s√ľdlich von Kuta direkt am Meer. Die Landebahn ist sogar noch bis ins Wasser hinaus gebaut, und der niedrige Anflug ist bei klarem Wetter mit Aussicht auf die weit geschwungene Westk√ľste ein Erlebnis. Selbst im Dunkeln, wenn man nur die Lichter von Kuta und Legian √ľbers Meer funkeln sieht. Der Flughafen ist modern und hat trotzdem eine Menge balinesisches Flair.

10 Kilometer sind es bis Sanur und in die Hauptstadt Denpasar, 30 Kilometer bis Ubud und 15 Kilometer bis Nusa Dua. Auch wenn man √ľber die √ľbereiligen Passagiere lacht, die fluchtartig das Flugzeug verlassen, macht dies auf Bali Sinn, denn die Warteschlangen am Visa-Schalter k√∂nnen recht lang sein. Das Einreisevisum f√ľr bis zu 30 Tage kostet US$ 25,- oder ‚ā¨ 22,- und muss bar bezahlt werden. Das Wechselgeld erhalten Sie in Indonesischen Rhupies. Am Ausgang des Flughafens erwartet Sie einer unserer deutschsprechender Guides und bringt Sie zu Ihrer gebuchten Villa. Unterwegs kann auch ein Stopp an einer Wechselstube gemacht werden.

Souvenirs aus Bali

Einkaufen in Bali macht viel Spa√ü, braucht jedoch Zeit, da Handeln √ľblich ist. Manch Einen ein Graus ist es doch eine sehr spa√üige Angelegenheit. Gespr√§che √ľber das Wetter, die Familie, das Essen und das ‚Äěwoher und wohin‚Äú begleiten die Verhandlung und der Kauf einer Strandhose kann schon mal eine halbe Stunde in Anspruch nehmen, aber an diese Zeit erinnert man sich gerne, denn Scherze machen geh√∂rt dazu. Oft betritt man eine Ladenpassage, in der wirklich jeder Shop die gleichen T-Shirts, Schnitzereien und Sarongs verkauft. Hat man sich mal entschieden einen dieser Shops zu betreten um zu st√∂bern, und die Besitzerin hat nicht das T-Shirt in der passenden Gr√∂√üe da, dann fragt sie bei allen Nachbarn herum und besorgt das Gew√ľnschte.

Feilschen

Feilschen ist eine Kunst. So mancher hat das erstandene St√ľck ganz stolz f√ľr die H√§lfte nach Hause geschleppt und hat vermutlich dennoch zuviel bezahlt. Am besten erst mal bei einem Einheimischen erkundigen: Was kostet ein Kilo Reis auf dem Land? In der Stadt? usw. Daran kann man schon relativieren, wie das allgemeine Preisniveau ist. Au√üerdem sind die geforderten Erstpreise auch von Ort zu Ort unterschiedlich.

Mit der Zeit merkt man ganz genau, wann die untere Schmerzgrenze bei den Händlern erreicht ist. Dann sollte man auch nicht weiterhandeln. Balinesen lachen sehr gerne, sollte das Lachen aus dem Gesicht des Händlers verschwunden sein, sollten Sie sofort aufhören zu handeln. Der Deal ist nur dann gut, wenn sich beide Parteien mit einem Lächeln verabschieden können

Was kaufen?

√úberall auf der Insel wird geschnitzt, gemalt, geschmiedet oder gewoben. Bali ist der gr√∂√üte Lieferant f√ľr Kunsthandwerk in Indonesien und selbst die wertvollste Handarbeit ist f√ľr uns mit dem n√∂tigen Verhandlungsgeschick durchaus erschwinglich. Am besten kauft man direkt beim Produzenten.

M√∂bel aus wei√üem, geschecktem oder schwarzem Bambus findet man in Bali in gro√üer Auswahl. Leider ist der Koffer zu klein, aber auch verschifft wird zu durchaus moderaten Preisen. Wer echtes Interesse an Bali-Ambiente im eigenen Heim hat, kann einen Container f√ľllen. Auch Teak M√∂bel f√ľr den Garten sieht man hier h√§ufig, manche Gesch√§fte haben sich als Extraservice auf den Transport ins Ausland spezialisiert. Wir helfen Ihnen gerne vor Ort bei der Suche nach einer zuverl√§ssigen Cargo-Gesellschaft.

Steinmetzarbeiten kommen aus Batubulan. Wer die schweren D√§monenstatuen im eigenen Garten aufstellen m√∂chte kann sie zu den M√∂beln in den Container packen. Holzschnitzereien sind schon wesentlich einfacher zu transportieren. Allerdings sollte man beim Holz auch auf die Qualit√§t achten, das billige wei√üe Holz neigt in unseren Breiten stark zur Austrocknung und dann gibt es schnell Risse. √úberall kann man f√ľr wenig Geld Obstschalen mit Holzfr√ľchten, Masken, Mobiles, Bananenstauden aus Balsaholz, Serviettenringe und Untersetzer kaufen. Das ist zwar meist mindere Qualit√§t, sieht aber zum Teil recht h√ľbsch aus. Wirklich gute Holzschnitzarbeiten kauft man am besten beim Erzeuger, zum Beispiel in Mas. Hier gibt es riesige Ausstellungshallen mit vielen Skulpturen. Es lohnt sich hindurchzuschlendern, Kaufzwang besteht nicht. Vor der T√ľr sitzen meist ein paar M√§nner, die gerade Figuren bearbeiten und die Herstellungsweise und die verschiedenen Holzarten werden gerne erkl√§rt.

Wer auf reich verzierten, filigranen Silberschmuck steht, der wird auf Bali auch f√ľndig, vor allem im Ort Celuk. Hier gilt das gleiche wie f√ľr die Holzschnitzer. Man kann beim Entstehen der St√ľcke zuschauen und unter vielen St√ľcken im Verkaufsraum w√§hlen. Transportprobleme bekommt man mit diesem Souvenir jedenfalls keine.

Namen

Die Namen sagen in Bali viel √ľber die soziale Stellung und die Stellung innerhalb der Familie aus. Es sind meist keine Eigennamen, sondern die Kinder werden als Erstgeborene (Wayan-Putu-Gede) Zweitgeborene (Made-Kadek) Drittgeborene (Nyoman-Komang) oder Viertgeborene (Ketut) bezeichnet. Deshalb kommt es uns oft so vor, als hie√üen alle Balinesen gleich. Ob der Name weiblich oder m√§nnlich ist kann man nur durch das vorangestellte I bei M√§nnern und Ni bei Frauen erkennen. Die F√ľrsten und Adligen tragen dazu noch besondere Titel. Die korrekte Vorstellung mit Namen und Titel kl√§rt somit f√ľr Balinesen das gegenseitige Respektsverh√§ltnis.

Balinesische Namen

Mann und Frau

Auf Bali wohnen oft drei bis vier Generationen einer Familie unter einem Dach. Traditionsgem√§√ü zieht die Frau nach der Heirat zur Familie des Ehemannes. Kinder sind in den Ablauf des t√§glichen Lebens voll integriert, es gibt f√ľr sie keine Tabus. Die Kleinen werden mit sehr viel Nachsicht behandelt.

In der Erwachsenenwelt gibt es daf√ľr um so mehr Regeln und Konventionen. Beispielsweise essen M√§nner und Frauen nicht gemeinsam, auch nicht, wenn G√§ste kommen. Die Frau kocht und nimmt dann das Essen zusammen mit ihren Kindern ein. Frauen spielen auf Bali vor allem im Gesch√§ftsleben eine entscheidende Rolle, sie regeln alle Geldfragen und f√ľhren die Markt- und Imbissst√§nde. Oft sieht man Frauen zum Beispiel bei Haus- oder Stra√üenbauarbeiten schwere K√∂rbe mit Kies transportieren. Auch bei der Reisernte sieht man in √úberzahl die Frauen arbeiten, sie schlagen das Korn vom Halm, w√§hrend die M√§nner mit dem Ochsen pfl√ľgen oder die kleinen Reispflanzen auf den Feldern einsetzen.

Männer organisieren das Dorfleben und gehören dem Nachbarschaftsverband Banjar an, der den sozialen Mittelpunkt des Dorfes darstellt Рje nach Größe kann ein Dorf auch aus mehreren Banjar bestehen. Sie treffen sich in der Versammlungshalle zu Gesprächen und zu einem Nickerchen, regeln Streitigkeiten und Familienprobleme und beratschlagen die Vergabe von Krediten aus der Banjar-Kasse.

Devi Sri und der Reis

Dewi Sri, die Reisg√∂ttin, ist wohl die am meisten verehrte Gottheit Balis. Alt√§re zu ihren Ehren werden in nahezu jedem Reisfeld erbaut. Die Felder werden mit heiligem Wasser oder Arrak gesegnet. Der Reisanbau auf Bali wird in Bew√§sserungskooperativen betrieben, den Subak. Vor mehr als 2.500 Jahren brachten Einwanderer aus S√ľdchina und Vietnam die Technik des Sawah, des bew√§sserten Reisbaus, mit. Das ben√∂tigte Wasser stammt meist aus h√∂her gelegenen Regionen, in denen die Niederschl√§ge etwas h√§ufiger und regelm√§√üiger fallen als in den Ebenen, sowie aus den Seen des zentralen Hochlandes.

Beras Bali

Balis traditioneller Reis hei√üt Beras Bali. Er hat ein wunderbares Aroma und kostet viermal soviel wie gew√∂hnlicher Reis. Dies hat mehrere Gr√ľnde: Beras Bali ben√∂tigt 150 Tage bis zur Reife, w√§hrend die meistverwendete moderne Reissorte nur 120 Tage braucht. Seine Halme sind l√§nger, werden nach der Ernte zu Garben gebunden und eine Weile zum Trocknen in der Sonne aufgestellt. Danach werden sie in einem gro√üen Holzm√∂rser gesto√üen, um die Spelzen zu entfernen. Bei anderen Reissorten fallen die K√∂rner leichter heraus als beim Beras Bali, deshalb m√ľssen sie zwar sofort nach der Ernte gedroschen werden, aber daf√ľr entf√§llt der Bau von Getreidespeichern. So erkl√§rt sich der hohe Preis der traditionellen Sorte. Trotz des Aufwands ziehen die Balinesen ihren traditionellen Reis den moderneren Sorten vor. Er schmeckt ihnen einfach besser. Zudem laugt der auf hohen Ertrag gez√ľchtete schnellwachsende Reis, der drei Ernten pro Jahr erm√∂glicht, den Boden viel st√§rker aus. Die billige Massenware findet ihre Abnehmer auf dem dichtbesiedelten Java, bei den Landfl√ľchtlingen in Denpasar und anderen Touristenzentren und bei all denen, die auf jede Rupiah schauen m√ľssen.

Die Ernte

Auf der Insel reifen Jahr f√ľr Jahr √ľber zehn Millionen Tonnen Reis, diese Menge muss von Hand geerntet werden. So kann man zur Erntezeit √ľberall am Rande der Reisfelder Zelth√ľtten sehen, in denen die Erntehelfer leben. Anfang des Jahres werden die √Ącker mit Hilfe von Rindern gepfl√ľgt, dann gehackt und geebnet. Im M√§rz wird das vorbereitete Saatgut in einer kleinen Ecke des Feldes ausges√§t, die winzigen gr√ľnen Pfl√§nzchen werden mit Gattern und Netzen vor V√∂geln gesch√ľtzt. Nach 6 Wochen wird das Getreide pikiert und in Reihen auf das eigentliche Feld verpflanzt.

Dies ist eine f√ľr den R√ľcken m√ľhselige Arbeit, mit den F√ľssen im Schlamm stehend und der sengenden Sonne ausgesetzt arbeiten die Menschen in den Feldern. Einen Monat sp√§ter wird das Feld zum Unkrautj√§ten f√ľr eine Woche trockengelegt und dann bis kurz vor der Reife wieder geflutet. Dann wird nur noch ab und zu mal bew√§ssert, damit der Boden hart werden kann. Zum Schutz vor Vogelfra√ü werden bunt beh√§ngte Leinen √ľber die Felder gespannt, die zahlreichen braunen Enten, die √ľber die bew√§sserten Felder getrieben werden, sorgen f√ľr die Vertilgung des Ungeziefers und d√ľngen gleichzeitig den Acker.

Zur Erntezeit werden dann viele Erntehilfskr√§fte eingestellt, denn die Halme werden per Hand mit speziellen Messerchen b√ľschelweise geschnitten. 20 Kg schwere, geb√ľndelte Garben werden dann auf den Schultern von Tr√§gern zu den Reisspeichern transportiert. Die traditionelle Handarbeit ist ein sehr passendes Anbauverfahren in einer Region, in der Arbeitskr√§fte billiger sind als Maschinen, und sich zudem die Reisfelder nicht f√ľr den Einsatz von Traktoren eignen. Der Gewinn an der Ernte wird anteilig verteilt, der Besitzer des Feldes bekommt mit 40 % den L√∂wenanteil. Der P√§chter, der die meiste Arbeit hat bekommt ebenfalls 40 %, je 10 % verbleiben dann f√ľr alle Schnitter und f√ľr die Tr√§ger. Oftmals treten noch Zwischenh√§ndler auf, die den P√§chtern lange vor der Ernte den zu erwartenden Ertrag abkaufen und gleich noch Heerscharen von Wanderarbeitern organisieren: Hier bilden Verschuldung und Inflation einen Teufelskreis. Ab August folgt meist eine zweite Aussaat – oft eine schnellw√ľchsige, weniger wohlschmeckende Sorte. Wo nur auf Masse gewirtschaftet wird, kommt es in einem anderen Rhythmus sogar drei mal im Jahr zur Ernte.

Reis ist das Grundnahrungsmittel der Balinesen. Das Wort f√ľr gekochten Reis, Nasi, bezeichnet gleichzeitig die gesamte Mahlzeit. Alles zu Reis ist Beilage. Reis ist sogar als Zahlungsmittel statt Geld weit verbreitet, etwa zur Ausbezahlung des Lohnes o. √§.. Meist wird wei√üer Reis angebaut, es gibt aber auch eine r√∂tlich-braune Sorte und den schwarzen Klebereis.

F√ľr uns zu beachtende Verhaltensregeln

Außerhalb von Zeremonien

Menschen, die bluten, also auch Frauen, die menstruieren, d√ľrfen keinen Tempel betreten, weil Blut die Tempelb√∂den nur in Form eines Opfers ber√ľhren darf. Diese Entweihung h√§tte dann umfangreiche Reinigungszeremonien zur Folge. Man sollte sich daran halten, auch wenn man meint, es w√ľrde niemand merken. H√∂he ist heilig. Auf keinen Fall sollte man als Gast Mauern, Schreine oder Geb√§ude besteigen. Das k√∂nnte ebenfalls zur rituellen Verunreinigung f√ľhren. Auch wenn es noch so reizt, Fotos mit mehr Weitblick zu schie√üen.

Verhaltenregeln während Zeremonien

Sollte gerade eine Zeremonie stattfinden, was sehr h√§ufig der Fall ist, sollte man niemals hinter den Priester oder zwischen Priester und Betende treten. Und auf keinen Fall den Kopf des oder der Priester √ľberragen, welche die Zeremonien leiten. Das f√§llt zwar bei 1,93 m K√∂rpergr√∂√üe schwer, ist aber auch eher symbolisch gemeint und auf das Besteigen von Treppen etc. anzuwenden. Die Zeremonienleiter sind auch nicht in der Menge zu finden, sondern etwas abseits auf einem kleinen Turm oder Podest, wo sie eine Verst√§rkeranlage haben und den Ablauf √ľberblicken k√∂nnen. Fotografieren oder Videofilmen ist ausdr√ľcklich erlaubt, man kommt sich in der religi√∂sen Atmosph√§re dabei aber meist etwas st√∂rend vor. Zur√ľckhaltend agieren, sich eher am Rand oder im Hintergrund halten und auf keinen Fall mit dem Blitzlicht die Gl√§ubigen st√∂ren. Eine lange Brennweite, mit der man unauff√§lliger fotografieren kann, ist hier von Vorteil W√§hrend es bei uns unh√∂flich ist, in bestimmten Situationen sitzen zu bleiben, gilt es in Bali als unh√∂flich zu stehen. Sich also im Zweifelsfall lieber mal bescheiden in eine Ecke setzen, vor allem wenn auch alle anderen Gl√§ubigen sitzen.

Dorfgemeinschaften

Jedes traditionelle Dorf ist nach einem genauen Plan abgelegt, das wichtigste Element ist die r√§umliche Aufteilung, die bergw√§rts (kaja) und meerw√§rts (kelod) ausgerichtet ist. Wenn man auf Touren im Landesinneren durch die zahlreichen kleinen D√∂rfer kommt, dann kann man das System schon vom Auto aus erkennen. Die Stra√üen f√ľhren schnurgerade durch die D√∂rfer und immer bergauf. Kurven gibt es kaum. Balinesen benutzen den Begriff kaja auch f√ľr Norden und kelod f√ľr S√ľden, ist man allerdings n√∂rdlich der Berge unterwegs, werden die Begriffe genau umgekehrt angewendet. Oberhalb des Dorfes findet man die Haupttempel, unterhalb des Dorfes den Friedhof

Banjar

Gemeinschaftsland geh√∂rt ausschlie√ülich der sozialen Gemeinde, dem Banjar, deren Aufgabe es auch ist religi√∂se Aktivit√§ten zu organisieren. Die Verwaltungseinheit befasst sich eher mit staatlichen Aufgaben. Territorium bzw. L√§ndereien und Gebietsanspr√ľche der Desa Adat sind fest auf eine bestimmtes Gebiet beschr√§nkt, Verwaltungseinheiten k√∂nnen sich mit der politischen Lage auch ver√§ndern. Schon immer war die balinesische Gesellschaft meist agrarisch strukturiert. Auch heute noch leben an die 90 % aller Balinesen in Dorfverb√§nden auf dem Lande. Doch beim Reisen fallen Unterschiede zwischen den Regionen auf. In der Ebene sieht man gut erschlossene und reiche D√∂rfer, um die herum vornehmlich Nassreis mit Bew√§sserungssystemen angebaut wird. Die Bev√∂lkerung ist dort in Kasten gegliedert und hierarchisch strukturiert. In einer √úbergangszone von der Ebene zum Bergland nimmt die Bev√∂lkerungsdichte ab und man trifft meist auf Trockenfeldbau. Im Bergland sind Kaffeeplantagen, Obst- und Gem√ľseg√§rten und Gew√ľrznelkenhaine vorherrschend. Hier leben haupts√§chlich die Bali-Aga-Gemeinden ohne Kastenbildung.

Die Subak

Ganze Generationen von balinesischen Bauern haben W√§lder gerodet und Bew√§sserungskan√§le und Terrassen angelegt um dort Reis anzubauen. Dieses komplexe Bew√§sserungssystem basiert auf den Subak, das sind Genossenschaften. Jedes Feld ist mit einem kleinen Erdwall einged√§mmt und nachdem es bew√§ssert wurde, wird das Wasser auf das n√§chste weitergeleitet. Jeder Besitzer auch nur eines Feldes muss sich dem Subak anschlie√üen. Dem geh√∂ren alle Bauern an, deren Wasserversorgung von der selben Quelle abh√§ngt. Es gibt Tausende von Subak auf Bali, manche D√∂rfer besitzen mehrere, je nachdem wie die √∂rtliche Wasserversorgung strukturiert ist. Mit diesem ausgekl√ľgelten und √ľber Jahrzehnte bew√§hrten System sind die Balinesen erfolgreiche Bauern geworden.

Organisation

Die Organisation ist demokratisch, die Mitglieder treffen sich regelm√§√üig, um die Arbeiten zu koordinieren und um Probleme wie Neubau und Unterhalt der Wasserkan√§le zu diskutieren. Au√üerdem werden Opferfeste organisiert und die Wasserverteilung kontrolliert. Probleme um das Bew√§sserungssystem, wie Ver√§nderungen an den trockenen Feldern oder √úberschneidungen mit einem anderen Subak, muss der regionale Wasserrat beraten. Letzte Instanz ist Jero Gede, Hauptpriester von Pura Ulun Danu Batur, dessen Entscheidung abschlie√üend ist. Alle zum Pura Ulun Danu Batur geh√∂rigen Subak tragen zum Unterhalt des Tempels bei. In jedem Subak findet man neben den zahlreichen Bew√§sserungskan√§len eine Vielzahl von kleinen Tempeln und Alt√§ren. Die Bew√§sserung ist ziemlich kompliziert, ein Reisfeld kann als Vorbereitung zur Pflanzung der Setzlinge √ľberschwemmt sein, w√§hrend ein anderes nebenan schon erntereif ist. Die Bauern f√ľhren ihre Enten auf die Felder, um Ungeziefer zu vertilgen. Als Nebenprodukt bildet der Entenmist einen hervorragenden D√ľnger. Kleine Prachtfinken, die Reisv√∂gel, suchen in Schw√§rmen erntereife Felder heim. Sie werden mit Plastikt√ľten, B√§ndern und mit dem l√§rmenden Einsatz von Kindern w√§hrend der Erntezeit vertrieben.

Der Warung

Was ist ein Warung? Da streiten sich die Geister… Meist wird Warung mit “kleines, einfaches Restaurant” √ľbersetzt. F√ľr die meisten Balireisenden ist es eher eine Gark√ľche oder ein Restaurantname. Aber ein Warung ist viel mehr als ein Ort, an dem man eine Kleinigkeit essen kann. Hier kauft man ein P√§ckchen Kretek-Zigaretten, die mit Nelkenaroma versetzt den Hustenreiz bet√§uben – Gew√ľrznelken gibt es im Bergland wirklich genug – , hier begegnet man Freunden, und es ist der wichtigste Treff im Ort. Je weiter man sich von den Touristenorten entfernt, um so urspr√ľnglicher werden die Warungs in ihrer Multifunktionalit√§t. Es ist der richtige Platz f√ľr Klatsch und Tratsch, Ger√ľchte, Debatten und private Gest√§ndnisse – eben ein guter alter Tante-Emma-Laden auf balinesisch.

Angebot

Cafe, Restaurant, Drogerie, Lebensmittelladen, oft mit W√§nden aus geflochtenen Bambusstreifen und gestampfter Erde oder Zement als Fu√üboden. Manchmal ist es auch nur ein langer Tisch mit einer Holzbank davor. Vorne steht die Getr√§nkeauswahl und dahinter in diversen Sch√ľsseln alles, was man f√ľr einen kleinen Imbiss braucht.
Wackelige mobile Karren gibt es √ľberall auf Bali. Kleine Warungs auf R√§dern sozusagen. Sie bieten meist nur ein Gericht an und erfreuen sich gro√üer Beliebtheit. Auch bei Festen, Hahnenk√§mpfen und anderen Veranstaltungen werden transportable St√§nde errichtet. Das Angebot besteht dann haupts√§chlich aus Zigaretten, S√ľ√üigkeiten und Bethel zum Kauen – Genussmittel eben.

Oft verkaufen die Warungs auch Alkohol. Der ist dann ebenfalls selbstgemacht. Der Reiswein Brem, der Palmwein Tuak oder der Reisschnaps Arrak. Die selbstgebrauten W√§sserchen bekommt man in einfache Plastikwasserflaschen abgef√ľllt und sie sind f√ľr einen Spottpreis zu haben – umgerechnet 1 bis 2 Euro f√ľr Premium-Qualit√§t. Als Tourist muss man aber in so einem kleinen Laden oder Mini-Supermarkt schon hartn√§ckig nach dem “Bali-Arrak” fragen, sonst bekommt man nur die Standard-Flaschen im Regal gezeigt: 1 Liter Schnaps mit Kronkorken. √úber Geschmack und Qualit√§t l√§sst sich bekanntlich streiten und nicht alles was den Balinesen schmeckt, ist f√ľr unsere Gaumen geeignet. Ein Urteil hier√ľber muss jeder selbst f√§llen.

2 Kommentare

  1. Avatar for Sarah Mayer
    Sarah Mayer

    Hallo,
    vielen vielen Dank f√ľr diesen informativen Artikel √ľber Bali. Es ist wirklich alles beschrieben was man √ľber Bali wissen sollte. Nun bin ich vorbereitet f√ľr meinen n√∂chsten Trip nach Bali.

    1. Avatar for Rico
      Rico

      Hallo Frau Mayer,
      Sie werden sicherlich von Ihrer Reise viele Tipps mitbringen. Wir sind immer dankbar f√ľr Erg√§nzungen..
      Ihnen eine schöne Reise
      Rico Neuhöffer

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