Als Travel Designer verbringe ich meine Zeit im Oman nicht nur mit Staunen, sondern auch mit Zuhören, Testen und Ausprobieren. In diesen Tagen ging es nicht darum, Orte einfach abzuhaken, sondern herauszufinden, welche Momente aus einer Reise in den Oman eine Geschichte machen, die zu ganz unterschiedlichen Menschen passt. Hierfür durfte ich im September unsere Partner vor Ort besuchen. Betreut haben die Reise Abdullah, Kathi und Luca als Vertreter unserer Agentur.

Direkt nach der Ankunft in Muscat bildet ein traditionelles Frühstück den Auftakt meiner Reise, bevor wir unsere erste Unterkunft in der Bucht von Barr al Jissah beziehen. Zum Abschluss des ersten Tages geht es hinaus aufs Wasser – entlang der dramatischen Klippen, wo raue Felsen den Golf von Oman rahmen. Der salzige Wind streicht über uns hinweg, bevor wir für einen privaten Badestopp im kristallklaren Wasser von Bandar Khayran anhalten. Frisch und erholt genieße ich den Moment, als der rote Sonnenball hinter dem Hajar-Gebirge versinkt.


Am nächsten Tag treffen wir eine beeindruckende junge Omani – Zahraa –, die uns ebenfalls auf der Reise begleiten wird. Unterwegs erzählt sie von der Zeit, die sie bereits für ein Praktikum in München verbracht hat.
Zuerst tauchen wir in den Souq Muttrah ein, wo der Duft von Weihrauch und Gewürzen die engen Gassen füllt, während Händler mit silbernem Schmuck und bunten Stoffen locken. Während sie uns gemeinsam mit ihrem Kollegen Abdullah durch das pulsierende Herz von Muscat führt, erfahren wir mehr über die angebotenen Waren und das Leben in der Stadt.
Mittags genießen wir Kaffeespezialitäten in einem gemütlichen Café mit integrierter Galerie, in der Werke lokaler Künstler ausgestellt sind – ein sanfter Kontrast zum Trubel der Stadt.
Vor dem prächtigen Sultanspalast halten wir inne, bevor Zahraa uns in das Royal Opera House führt – ein Juwel aus italienischem Marmor und omanischer Gastfreundschaft.
Am nächsten Morgen, im sanften Licht des Golfs von Oman, betreten wir die Sultan Qaboos Grand Mosque – ein atemberaubendes Wunder aus weißem Marmor, mit dem größten Swarovski-Kronleuchter der Welt und dem zweitgrößten handgeknüpften Teppich. Es folgt ein Duft-Erlebnis für alle Sinne: ein Besuch in der Amouage-Manufaktur, wo omanische Weihrauch-Tradition mit französischer Parfümkunst verschmilzt.
Wir unterbrechen unsere Weiterfahrt, da uns unser Fahrer Abood auf seine Farm einlädt, die er gemeinsam mit seinen Eltern betreibt. Mit warmer Gastfreundschaft führt er uns durch die Reihen der Dattelpalmen, erklärt die Pflege der Datteln, Mangos und Kräuter nach nachhaltigen omanischen Methoden und stellt uns seine Tiere vor. Um das Erlebnis abzurunden, serviert uns die Familie liebevoll zubereitete traditionelle Speisen.






Vor dem Einchecken in Nizwa und dem Sonnenuntergang über der Festung machen wir noch einen Abstecher ins „Oman Across Ages“ Museum – ein faszinierendes Juwel außerhalb der Stadt, das die omanische Geschichte von der Steinzeit bis zur Moderne lebendig werden lässt. Zahraa erklärt leidenschaftlich die Epochen omanischer Herrscher, von antiken Handelsfürsten bis zu modernen Sultanen, und zeigt, wie Omans strategische Rolle als Brücke zwischen Ost und West die Region prägte. Danach tauchen wir direkt in Nizwa ein und lassen uns vom lebendigen Treiben der Locals mitreißen – durch enge Gassen mit dem Duft von frischem Karak, vorbei an lachenden Familien und Händlern, die uns mit warmer Herzlichkeit begrüßen. So spüren wir den Puls der Stadt hautnah.
Frühmorgens drängen sich Männer im traditionellen Dishdasha um die kreisrunde Arena des Viehmarkts in Nizwa. Ziegen meckern, Rufe hallen durch die warme Morgenluft – mitten im Getümmel beginnt unser Tag. Wir schlendern noch durch den Souq mit prallen Granatäpfeln und probieren edlen Safran, bevor es weiter in die kühlen Berge von Jebel Akhdar geht. Dort, auf über 2.000 Metern Höhe, genießen wir den Nachmittag am Pool des Resorts mit einzigartiger Aussicht auf Terrassenfelder und Canyons. Am Abend erklärt uns Alanood den funkelnden Sternenhimmel und erzählt von den Mythen hinter den Sternbildern – ein perfekter Abschluss in der klaren omanischen Nacht.



Auf der Via Ferrata tasten wir uns hoch über die steilen Felsen hinauf, während sich tief unter uns der Canyon im klaren Licht des Morgens öffnet – still, weit und von überwältigender Schönheit.

Nach diesem adrenalingeladenen Start in den Tag brechen wir erneut auf und werden herzlich auf einer Beduinenfarm empfangen, die von beeindruckenden omanischen Frauen geführt wird. Dort erwarten uns traditionelle Speisen. Nur etwas später schaukeln wir im langsamen Rhythmus eines Kamels in die Wahiba Sands hinein, Schritt für Schritt weg vom Asphalt, bis nur noch Dünen, Wind und das Schnauben der Tiere bleiben und unser Zeltcamp wie eine kleine Oase im Sand auftaucht. Pünktlich zum Sonnenuntergang steigen wir von unseren „Wüstenschiffen“ und genießen von einer Düne aus, wie der Himmel in leuchtenden Orangetönen versinkt und die endlosen Sandwelten in goldenes Licht taucht.




Nach einer Nacht in der Weite und Stille der Wüste fällt der Abschied von diesem Ort am Morgen unglaublich schwer. Das Team des Camps verwöhnt uns zum Frühstück mit zahlreichen Leckereien und frischem Kaffee – das klare Highlight ist jedoch das Omelett, frisch über dem offenen Feuer zubereitet.
Bevor es erneut zurück nach Muscat geht, haben wir noch Gelegenheit, Alia Al Farsi in ihrer Kunstgalerie zu besuchen. Einen letzten Nachmittag und Sonnenuntergang können wir noch am Strand des Golfs von Oman genießen und auf ereignisreiche Tage zurückblicken, bevor dieser Teil der Reise zu Ende geht.


Der Oman hat mich tief beeindruckt – ein Land, in dem Gegensätze in vollkommener Harmonie verschmelzen. Zwischen schroffen Gebirgen und grünen Wadis, zwischen Wüste und Meer entfaltet sich eine Magie, die alle Sinne berührt. Es duftet nach Weihrauch und Abenteuer, nach Geschichte und Gastfreundschaft. Hier leben Tradition und Moderne Seite an Seite, ohne einander zu verdrängen. Nun verstehe ich, warum Luca und Kathi dieses Land zu ihrer Wahlheimat gemacht haben: Der Zauber aus Tausendundeiner Nacht ist hier lebendig – und auch mich hat er längst in seinen Bann gezogen.
Auch wenn dieses Kapitel der Reise endet, ist das Abenteuer noch lange nicht vorbei – denn der Weg führt weiter nach Salalah, in den faszinierenden Süden, wo unendliche Wüsten, sanft wandernde Dünen und Kamele unter der Sonne auf mich warten. Teil zwei beginnt – und mit ihm ein neues Stück Wüstenmagie…















































